Der Türke in Italien

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Juli 2022
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Handlung

Auf der Suche nach einem Komödienstoff beobachtet der Dichter Prosdocimo die Liebesverwicklungen in seiner Umgebung, in die er gelegentlich zynisch durch Intrigen eingreift. Fiorilla betrügt ihren Ehemann Geronio mit Narciso. Der türkische Fürst Selim verliebt sich ebenfalls in sie, versöhnt sich dann aber mit seiner früheren Geliebten, der Zigeunerin Zaida. Schließlich bereut auch Fiorilla ihre Flatterhaftigkeit und kehrt zu ihrem Gatten zurück.

Erster Akt

Einsamer Ort außerhalb Neapels. Meeresufer. Ein Hügel auf einer Seite, Landhäuser in der Ferne, Zigeunerzelte

Szene 1–2. Der Dichter Prosdocimo hat den Auftrag, das Libretto zu einer komischen Oper zu verfassen, doch ihm fällt keine Handlung ein. Schließlich kommt er auf die Idee, ein Stück über seinen Freund Don Geronio zu schreiben, dessen junge Frau Fiorilla eine Affäre mit Don Narciso hat. Doch eine Gruppe von Zigeunern inspiriert ihn stattdessen zu einer Zigeuneroper (Introduktion: „Nostra patria è il mondo intero“).

Szene 3–4. Auch Geronio besucht das Zigeunerlager, um sich die Zukunft weissagen zu lassen (Cavatine: „Vado in traccia d’una zingara“). Die schöne Zaida und ihre Freundinnen verspotten ihn jedoch nur. Prosdocimo beobachtet die Szene und interessiert sich für Zaida. Sie erzählt ihm, dass sie einst die Geliebte eines türkischen Fürsten war, der sie aus Eifersucht zum Tode verurteilt hat. Nur mit Hilfe der Zigeuner und ihres Freundes Albazar gelang ihr die Flucht. Der Dichter verspricht, ihr dabei zu helfen, wieder mit dem Fürsten zusammenzukommen.

Szene 5–6. Am Hafen von Neapel beobachtet Fiorilla die Ankunft Selims, eines türkischen Fürsten, der das italienische Leben kennenlernen will (Cavatine Fiorilla: „Non si dà follia maggiore“ – Chor der Türken: „Voga, voga, a terra, a terra“ – Cavatinetta Selim: „Cara Italia, alfin ti miro“). Schnell verlieben sich die beiden ineinander (Duett: „Serva!“ – „Servo“).

Szene 7–8. Geronio und Narciso sind am Boden zerstört und beraten mit Prosdocimo, was nun zu tun sei. Für den Dichter steht die Entwicklung seiner Geschichte im Vordergrund, doch die beiden Gefährten weigern sich, einfach nur Marionetten in Prosdocimos Spiel zu sein (Terzett: „Un marito – scimunito!“).

Elegant möblierte Zimmer im Haus Don Geronios

Szene 9–14. Währenddessen hat Fiorilla Selim zum Kaffee eingeladen (Quartett: „Siete Turchi: non vi credo“). Geronio macht eine Szene, wird jedoch von seiner Gattin besänftigt. Selim nutzt die Freundlichkeit italienischer Ehemänner, um ein weiteres Rendezvous mit Fiorilla am Hafen zu vereinbaren. Nachdem der Nebenbuhler verschwunden ist, stellt Geronio seine Frau zur Rede, doch wieder gelingt es Fiorilla, ihren hilflosen Mann zu besänftigen (Duett: „Per piacere alla signora“).

Meeresufer. Nachts. Das verankerte Schiff Selims. Das erleuchtete Zigeunerlager

Szene 15–17. Zaida und die Zigeuner denken über die unbekannte Zukunft nach (Finale I: „Gran meraviglie“). Prosdocimo ist derweil unglücklich, dass er die aktuelle Entwicklung nicht mitverfolgen kann. Umso erfreuter ist er, als er ein Treffen von Selim und Zaida beobachten kann, bei der Selim seine einstmalige Gefährtin erkennt und wieder in Liebe zu ihr entbrennt. Doch Fiorilla überrascht die beiden Liebenden und es kommt zu einem lautstarken Streit. Mittendrin steht der Dichter, der das wilde Treiben anfeuert und freudig beobachtet – besser kann der erste Akt seiner Opera buffa nicht enden.

Zweiter Akt

Zimmer in einem Gasthaus

Szene 1–3. Selim hat sich entschieden: Er möchte nach türkischem Brauch Fiorilla von ihrem Ehemann freikaufen. Doch Geronio lehnt mit dem Verweis auf italienische Bräuche ab. Es kommt zu gegenseitigen Drohungen (Duett: „D’un bell’uso di Turchia“). Prosdocimo, der das Gespräch beobachtet hat, stellt fest, dass sich die Geschichte länger zieht, als für sein Schauspiel gewünscht. Er braucht eine schnelle und moralische Auflösung.

Szene 4–5. Auch die Frauen können bei einem Treffen zu keiner Übereinkunft kommen (Chor und Cavatine Fiorilla: „Non v’è piacer perfetto“ – „Se il zefiro si posa“).

Szene 6–7. Fiorilla hat Selim zum Gespräch hinzugerufen. Es bleibt nur der abendliche Maskenball, um die unterschiedlichen Handlungsfäden zu entspinnen. Auf diesem Ball wollen sich Fiorilla und Selim in Verkleidung treffen und gemeinsam fliehen (Duett: „Credete alle femmine“).

Szene 8. Der Dichter überzeugt Zaida und Geronio, sich auf die gleiche Weise zu verkleiden und so Verwirrung zu stiften und die Flucht zu vereiteln. Narciso belauscht die Pläne und beschließt ebenfalls in der Verkleidung des Türken auf dem Maskenball aufzutreten (Arie: „Tu seconda il mio disegno“).

Szene 9–10. Albazar unterstützt Prosdocimo bei seinen Vorbereitungen, da er Zaida zu ihrem Glück verhelfen will (Arie: „Ah! sarebbe troppo dolce“).

Spärlich beleuchteter Ballsaal

Szene 11. Auf dem Ball (Chor: „Amor la danza mova“) hält Selim nun die verkleidete Zaida für Fiorilla, Fiorilla Narciso für Selim. Der gehörnte Ehemann Geronio kann Zaida und Fiorilla in ihrer Verkleidung nicht unterscheiden und wird zum Gespött der Ballgäste (Quintett: „Oh! guardate che accidente!“).

Szene 12. Nachdem Selim, Zaida, Narciso, Fiorilla und die anderen Gäste gegangen sind, ist Geronio verzweifelt zurückgeblieben. Prosdocimo lädt ihn zu sich ein.

Zimmer im Gasthaus wie zuvor

Szene 13–14. Prosdocimo holt zum letzten Schlag aus und überredet Geronio, zum Schein die Scheidung einzureichen. Albazar tritt dazwischen und berichtet von Selims Versöhnung mit Zaida.

Platz mit dem Haus Don Geronios

Szene 15–17. Fiorilla erfährt durch Prosdocimo von der bevorstehenden Abreise Selims und Zaidas. Vom Geliebten und vom Ehemann verlassen, verzweifelt sie (Arie: „Squallida veste, e bruna“). Prosdocimo jedoch ist begeistert über diesen Theaterstoff.

Meeresufer wie im ersten Akt. Das verankerte Schiff Selims und türkische Seeleute bei den Abreisevorbereitungen

Szene 18–19. Fiorilla bereut ihr Handeln. Damit ist die Moral gesichert und der Dichter kann zufrieden das Happy End notieren: Denn am Ende verzeiht Geronio seiner untreuen Frau (Finale II: „Son la vite sul campo appassita“).

Programm und Besetzung

Dirigent: Gianluca Capuano
Selim: Ildar Abdrazakov
Fiorilla: Cecilia Bartoli
Geronio: Nicola Alaimo
Narciso: Barry Banks
Prosdocimo: Giovanni Romeo
Zaida: Maria José Lo Monaco
Albazar: David Astorga


Inszenierung: Jean-Louis Grinda
Bühne: Rudy Sabounghi
Kostüme: Jorge Jara
Licht: Laurent Castaingt

 

Wiener Staatsoper

 

Öffentliche Verkehrsmittel


U-Bahn: U1, U2, U4
Straßenbahnen: 1, 2, D, 62, 65
Autobus: 59A
Lokalbahn: Badner Bahn

Es befinden sich Taxistände in der Nähe.

 

Mit dem Auto / Parken


Parken Sie 8 Stunden um € 6,-!
Die Wiener Staatsoper und die ÖPARK-Kärntnerringgarage in der Mahlerstraße 8, unter den Ringstraßengalerien, bieten dem Publikum der Wiener Staatsoper eine vergünstigte Parkpauschale.

Ab Einfahrt in die Kärntnerringgarage können Sie 8 Stunden parken und zahlen nach Entwertung Ihres Tickets bei einem der Rabattiergeräte, die in der Wiener Staatsoper aufgestellt sind nur eine Pauschale von 6,- Euro. Die Rabattiergeräte befinden sich bei folgenden Garderoben: Operngasse, Herbert von Karajan-Platz, Balkon rechts und links sowie Galerie.

Wichtig: Um den Rabatt zu erhalten, bitte bei der Einfahrt ein Ticket ziehen und nicht die Kreditkarte verwenden!

Sie können mit Ihrem in der Wiener Staatsoper entwerteten Ticket dann bequem mit Kreditkarte oder Bargeld bei den Automaten bezahlen.

Die Automaten akzeptieren Münzen und Banknoten bis zu einer Höhe von 50.- Euro. Eine über 8 Stunden hinausgehende Parkdauer wird stundenweise zum Normaltarif verrechnet.

 

Geschichte

 

Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Etwa Moritz von Schwind, der die Fresken im Foyer und den berühmten "Zauberflöten"-Freskenzyklus in der Loggia malte. Die beiden Architekten erlebten die Eröffnung "ihres" Opernhauses nicht mehr. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.

Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts DON JUAN in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Mit der künstlerischen Ausstrahlung unter den ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn wuchs jedoch auch die Popularität des Bauwerkes. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem von Grund auf erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bedeutende bildende Künstler (darunter Alfred Roller) zur Formung der neuen Bühnenästhetik heranzog.

Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses sind die Jahre von 1938 bis 1945, als im Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften.

Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bombentreffer weitgehend verwüstet, doch bereits am 1. Mai 1945 wurde die "Staatsoper in der Volksoper" mit einer Aufführung von Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO eröffnet, am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens FIDELIO. Damit gab es für die nächsten zehn Jahre zwei Spielstätten, während das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet wurde.

Schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer waren von den Bomben verschont geblieben - mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde die Wiener Staatsoper glanzvoll mit Beethovens FIDELIO unter Karl Böhm am 5. November 1955 wiedereröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neuerstandenen 2. Republik verstanden.

Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt, vor allem als das Haus mit dem größten Repertoire. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer.

© Bwag/Commons
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