Simon Boccanegra

"Das Herz des Menschen ist ein Quell ewigen Leides", heißt es im auch von Kennern besonders geschätzten Simon Boccanegra. Wie schwer es ist, Macht und Liebe zu vereinen und dadurch glücklich zu werden, muss auch die Titelfigur in dieser Oper Giuseppe Verdis im Laufe der Handlung erkennen. Für die Inszenierung der aktuellen Produktion zeichnet sich Regiegröße Peter Stein verantwortlich.

Inhaltsangabe

 

Prolog 


Simon Boccanegra, ein ehemaliger Pirat und siegreicher Admiral der genuesischen Flotte, hatte Maria, die Tochter des angesehenen Patriziers Fiesco, verführt. Die aus dieser Verbindung stammende Tochter wurde einer alten Frau in Obhut gegeben, die das Mädchen an einem verlassenen Meeresstrand in einer armseligen Hütte aufzieht. Fiesco, der die Verbindung Simon Boccanegra-Maria ablehnt, hat die junge Mutter, die ihren Verführer widerliebt, in seinen Palast eingesperrt. Der Anführer der Volkspartei, der populistische Paolo, möchte seinen politischen Einfluss erweitern: Simon Boccanegra, der seine Geliebte nur aus den Händen ihres Vaters befreien kann, wenn er genügend Macht besitzt, lässt sich von Paolo überreden, für das Amt des Dogen von Genua zu kandidieren. Paolo, der im Gegenzug zum Vertrauensmann Boccanegras aufsteigt, hetzt die Volksmenge auf, für Boccanegra zu stimmen. Doch knapp bevor Simon tatsächlich zum Dogen gekürt wird, trifft er auf Fiesco: Dieser ist nur bereit, die Verführung seiner Tochter zu entschuldigen, wenn Simon ihm das aus dieser Verbindung stammende Kind überlässt. Da das Kind aber seit einiger Zeit unauffindbar verschwunden ist, kann dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Fiesco verweigert daher die Vergebung. Zusätzlich muss Simon erfahren, dass Maria in ihrer Haft gestorben ist. 

 

Erster Akt 


20 Jahre später: Die schöne Amelia Grimaldi und der junge Patrizier Gabriele Adorno sind ineinander verliebt. Aber auch Paolo begehrt das junge Mädchen und vor allem den Reichtum ihrer Familie. Er verlangt von Simon Boccanegra, der nach wie vor Doge von Genua ist, dass er sie miteinander verheiratet. Als Simon Paolos Wunsch Amelia unterbreitet, gesteht sie ihm, in Wahrheit eine Waise zu sein, die nach dem Tod der wahren Amelia Grimaldi an die Stelle der Toten getreten ist. Zu seiner großen Freude erkennt Simon in der jungen Frau seine vor 20 Jahren verschwundene Tochter. Da er ihre Abneigung gegen Paolo erkennt, verweigert Simon seinem Günstling die Heirat. Nun sinnt Paolo auf Rache: Er lässt Amelia entführen und in das Haus des schwachen und rückgratlosen Lorenzino bringen. Doch Amelia gelingt es, Lorenzino durch Drohungen einzuschüchtern und von ihm freigelassen zu werden. Als Gabriele von der Entführung erfährt, dringt er zu Lorenzino vor und ersticht ihn. Da er in Simon den Drahtzieher der Entführung zu sehen glaubt, versucht er ihn in einer Ratsversammlung ebenfalls zu töten. Doch Amelia wirft sich zwischen ihren Vater und ihren Geliebten. Zwar nennt sie den Namen Paolos nicht, doch errät Simon aus ihrer Erzählung, wer der Hintermann dieses Verbrechens war. Auch der Doge nennt Paolos Name nicht, doch zwingt er ihn, ihm bei Sühnung der Entführung behilflich zu sein: Paolo muss öffentlich den - offiziell nicht bekannten Verbrecher - verfluchen. 

 

Zweiter Akt 


Paolo plant, Simon Boccanegra zu ermorden. Um sicher zu gehen, wählt er zwei Wege, um sein Vorhaben auszuführen: Er träufelt Gift in das Trinkgefäß des Dogen und stachelt Gabriele Adorno auf, Simon Boccanegra im Schlaf zu erdolchen (er macht ihm weis, dass Simon ein Geliebter Amelias wäre). Er schließt Gabriele in das Zimmer des Dogen ein und entfernt sich. Amelia tritt ein. Sie wird von Gabriele zur Rede gestellt, möchte aber das Geheimnis um ihr Verhältnis zum Dogen noch nicht lüften. Als die beiden den sich nahenden Dogen hören, versteckt sie ihren Geliebten. In ihrem Gespräch mit ihrem Vater nennt sie den Namen ihres Geliebten: Gabriele Adorno. Obwohl dieser gerade einen Aufstand gegen den Dogen vorbereitet, ist Simon bereit, ihn zu begnadigen. Er trinkt aus dem vergifteten Becher und schläft ein. Amelia, die kurz das Zimmer verlässt, kommt gerade in dem Moment herein, als Gabriele mit dem Dolch ausholt, um Simon zu erstechen. Sie verhindert die Bluttat und der erwachende Doge verrät dem jungen Mann, dass er der Vater Amelias ist. Da hören sie den Lärm der Aufständischen. Gabriele bekennt sich nun zu Simon und ist bereit, mit ihm zu kämpfen. 

 

Dritter Akt 


Die Aufständischen sind besiegt. Paolo, der auf der Seite der Rebellen gekämpft hatte, ist erkannt worden und wird zum Tod verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung trifft er auf Fiesco und enthüllt ihm den Giftanschlag auf den Dogen. Daraufhin tritt Fiesco dem sterbenden Dogen entgegen. Da erinnert ihn Simon daran, dass Fiesco versprochen hatte, ihm zu vergeben, wenn Simon ihm die Enkeltochter übergeben würde: Er enthüllt nun die wahre Identität Amelias. Fiesco ist gebrochen und bereit, den letzten Willen des Sterbenden zu vollstrecken: Er verkündet der bewegten Menge den Tod Boccanegras und erklärt Gabriele Adorno zum neuen Dogen.

Programm und Besetzung

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Wiener Staatsoper

 

Öffentliche Verkehrsmittel


U-Bahn: U1, U2, U4
Straßenbahnen: 1, 2, D, 62, 65
Autobus: 59A
Lokalbahn: Badner Bahn

Es befinden sich Taxistände in der Nähe.

 

Mit dem Auto / Parken


Parken Sie 8 Stunden um € 6,-!
Die Wiener Staatsoper und die ÖPARK-Kärntnerringgarage in der Mahlerstraße 8, unter den Ringstraßengalerien, bieten dem Publikum der Wiener Staatsoper eine vergünstigte Parkpauschale.

Ab Einfahrt in die Kärntnerringgarage können Sie 8 Stunden parken und zahlen nach Entwertung Ihres Tickets bei einem der Rabattiergeräte, die in der Wiener Staatsoper aufgestellt sind nur eine Pauschale von 6,- Euro. Die Rabattiergeräte befinden sich bei folgenden Garderoben: Operngasse, Herbert von Karajan-Platz, Balkon rechts und links sowie Galerie.

Wichtig: Um den Rabatt zu erhalten, bitte bei der Einfahrt ein Ticket ziehen und nicht die Kreditkarte verwenden!

Sie können mit Ihrem in der Wiener Staatsoper entwerteten Ticket dann bequem mit Kreditkarte oder Bargeld bei den Automaten bezahlen.

Die Automaten akzeptieren Münzen und Banknoten bis zu einer Höhe von 50.- Euro. Eine über 8 Stunden hinausgehende Parkdauer wird stundenweise zum Normaltarif verrechnet.

 

Geschichte

 

Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Etwa Moritz von Schwind, der die Fresken im Foyer und den berühmten "Zauberflöten"-Freskenzyklus in der Loggia malte. Die beiden Architekten erlebten die Eröffnung "ihres" Opernhauses nicht mehr. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.

Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts DON JUAN in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Mit der künstlerischen Ausstrahlung unter den ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn wuchs jedoch auch die Popularität des Bauwerkes. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem von Grund auf erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bedeutende bildende Künstler (darunter Alfred Roller) zur Formung der neuen Bühnenästhetik heranzog.

Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses sind die Jahre von 1938 bis 1945, als im Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften.

Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bombentreffer weitgehend verwüstet, doch bereits am 1. Mai 1945 wurde die "Staatsoper in der Volksoper" mit einer Aufführung von Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO eröffnet, am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens FIDELIO. Damit gab es für die nächsten zehn Jahre zwei Spielstätten, während das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet wurde.

Schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer waren von den Bomben verschont geblieben - mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde die Wiener Staatsoper glanzvoll mit Beethovens FIDELIO unter Karl Böhm am 5. November 1955 wiedereröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neuerstandenen 2. Republik verstanden.

Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt, vor allem als das Haus mit dem größten Repertoire. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer.

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